Entscheidung

piece #0

Tanzstück von Johannes Wieland & Musik von Donato Deliano
Mit deutschen und englischen Übertiteln

  • Uraufführung
  • Premiere 21. March 2026
  • Großes Haus
  • Ab 14 Jahren

Mit physischer Verausgabung und einer Prise heilsamer Ironie tanzt das Ensemble provokativ und spielerisch auf den Grenzen zwischen Fakt, Deutung, Meinung und Lüge. Was bedeutet es in einer Post-Truth-Gesellschaft zu leben, in der die traditionellen Träger von Wissen und Wissensvermittlung ihre Autorität verloren haben? Was war der entscheidende Moment, als es angefangen hat? Und welche Rolle spielen wir selbst im Drama der Erosion demokratischer, freiheitlicher und solidarischer Prinzipien? 
Die Tänzer*innen bewegen sich zwischen bedrohlicher Anspannung und trügerischer Einladung an das Publikum. Schleichend etablieren sie Hierarchien und Konkurrenzkämpfe, während die Wahrheit in vielen Formen erscheint und sich entzieht. Mit Wucht und großen Bildern lädt der Abend dazu ein, sich auf drängende Fragen unseres demokratischen Zusammenlebens und unser Vertrauen ineinander einzulassen.

Dauer: 1 Stunde 15 Minuten ohne Pause

Provocatively and playfully, with physical exertion and a dash of healing irony, the ensemble dances along the boundaries of fact, interpretation, opinion, and lie. What does it mean to live in a post-truth society in which the traditional pillars of knowledge and its dissemination have lost their authority? What was the decisive moment when it all began? And what role do we play in the unfolding drama of eroding democratic, liberal, and solidary principles? 
The dancers move between threatening tension and deceptive invitation to the audience. They insidiously establish hierarchies and rivalries, while the truth manifests in many guises, only to dissolve once more. With visceral force and grand imagery, 
piece #0 invites us to examine the foundations of our democratic coexistence and our trust in one another.

Duration: 1 hour and 15 minutes without break


In diesem Tanzstück geht es um Wahrheit und Lüge. Was passiert, wenn wir Wahrheit und Lüge nicht mehr unterscheiden können? Wie kann man die Wahrheit überhaupt erkennen? In der Kunst macht es Spaß, damit zu spielen. Im echten Leben ist es ein Problem. Dann verlieren wir das Vertrauen. Wenn Politiker nicht mehr die Wahrheit erzählen, fühlen sich die Menschen nicht mehr sicher. Es kann dazu führen, dass die Menschen zweifeln: an  ihrer Erinnerung und an dem, was sie sehen, erkennen und fühlen.

Auf der Bühne sehen wir eine Gruppe von Tänzern, die zusammengehören. Die Bühne dreht sich die ganze Zeit. Wir sehen Szenen, die aussehen wie Erinnerungen. Diese Erinnerungen verändern sich immer. Die Stimmung in der Gruppe ist angespannt und wird feindlich. Im Stück können wir uns fragen: Wann ist der Moment, wenn die Wahrheit verloren geht? Das Tanzstück zeigt, was passiert, wenn wir uns und anderen nicht mehr vertrauen. 

Hinweise:

In diesem Stück wird in verschiedenen Sprachen gesprochen: unter anderem Englisch, Französisch, Dänisch, aber auch Deutsch.
Das Gesprochene wird übersetzt. Der Text wird angezeigt.
Wenn wir über Menschen schreiben, nutzen wir die männliche Form. Das ist einfacher zu lesen. Aber wir meinen damit immer alle Menschen. Wir schreiben zum Beispiel „Tänzer“. Und wir meinen damit alle Menschen auf der Bühne, die tanzen.

Sat 04.4.2026
19:30 - 20:45 h - THEATERTAG | Physical Introduction um 18:30 Uhr | Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus


Fri 17.4.2026
19:30 - 20:45 h - Physical Introduction um 18:30 Uhr | Einführung um 19 Uhr | Foyer Großes Haus


Sun 26.4.2026
18:00 - 19:15 h - Einführung um 17:30 Uhr | Foyer Großes Haus


Fri 08.5.2026
19:30 - 20:45 h - Einführung um 19:00 Uhr | Foyer Großes Haus


Sun 31.5.2026 - Zum letzten Mal
18:00 - 19:15 h - Physical Introduction um 17 Uhr | Einführung um 17:30 Uhr | Foyer Großes Haus

Konzept & Choreografie Johannes Wieland
Musik Donato Deliano
Kostüme Angelika Rieck
Licht Konstantin Wassilewskij
Dramaturgie Caroline Rohmer
Choreografische Assistenz & Probenleitung Beatrice Panero
Ausstattungsassistenz Eliana Beltrán Palacio
Produktionsassistenz Julia Rilling

Mit

„Schnell bilden die Tanzenden Tableaus wie in der bildenden Kunst. Heftige Zuneigung. Kurze Trippelschritte, neue lebende Bilder: Geheime Kämpfe. Mühselige Beherrschung. Erotische Nähe. Greifen nach Macht. Verteilt im Rund frieren alle ein. Eine geht in die Mitte, an den Rand, zurück ins Zentrum. Unaufhörlich flüstert sie „Pscht! Pscht!“ Eine andere attackiert sie – zwei Tänzerinnen im Pas de Deux des Streitens. Darf die Wahrheit nicht gesagt werden? Oder sind es lauter Lügen?“

Tanznetz

„Überhaupt ist Gießen ein Beispiel dafür, wie wandlungsfähig Tänzerinnen und Tänzer heutzutage sind, den Hochkeppel ist ein Vertreter des Physical Theatre, das mit Pantomime, Gestik, Mimik, theatralen Elementen arbeitet.“

Frankfurter Rundschau

„Musikalisch begleitet werden die Szenen von Wielands langjährigem Begleiter Donato Deliano, dessen brummende elektronische Klangflächen bisweilen als subtile Gefühlsverstärker arbeiten. Dazu im Wechsel schafft der Komponist intensive Momente. Etwa mit langen Arpeggios eines emotionalen Klavierstücks, vor allem aber im intensiven Finale des gut einstündigen Tanzstücks, bei dem ein dramatisch gestrichenes Cello die Szenerie bis zum Anschlag aufheizt.“

Gießener Anzeiger

In diesem Stück wird in verschiedenen Sprachen gesprochen: unter anderem Englisch, Französisch, Dänisch, aber auch Deutsch.

Das Gesprochene wird übersetzt. Der Text wird angezeigt




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