Verlockung

The Rake’s Progress

Oper in drei Akten von Igor Strawinsky
Libretto von W.H. Auden und Chester Kallmann

  • Premiere 30. Mai 2026
  • Großes Haus

Fürchte nichts. Genieße. Zur Reue ist später Zeit genug.

Igor Strawinskys Oper ist ein faszinierendes musikalisches Meisterwerk voller Leidenschaft, Tragik und teuflischer Versuchung. Lose basierend auf der Kupferstichserie „A Rake’s Progress” (1732–1734) von William Hogarth, erzählt sie die Geschichte des jungen Tom Rakewell, der den Verlockungen des leichten Lebens verfällt. Als der geheimnisvolle Nick Shadow ihm ein großes Erbe verspricht, verlässt Tom seine treue Verlobte Anne und stürzt sich in das wilde Londoner Vergnügungsleben. Doch Reichtum und Lust führen ihn nicht zum Glück, sondern immer tiefer in Dekadenz und Verzweiflung. Er heiratet die exzentrische Dame Baba, verspielt sein Vermögen und wird schließlich Opfer einer verhängnisvollen Wette mit dem Teufel selbst. Von Wahnsinn und Realitätsverlust gezeichnet findet sein Leben in der Nervenheilanstalt Bedlam schließlich ein düsteres Ende.
Strawinskys brillante Musik vereint barocke Eleganz mit moderner Klarheit und erschafft ein einzigartiges Klanguniversum. Die Oper begeistert mit scharfem Witz, großen Emotionen und einer zeitlosen Botschaft: Die Verlockungen des schnellen Glücks können verheerend sein.


Tom liebt Anne. Sie sind verlobt und wollen heiraten. Eigentlich ist alles gut. Doch dann kommt ein fremder Mann: Nick Shadow. Er ist freundlich und geheimnisvoll. Er erzählt Tom: „In London wartet viel Geld  auf dich! Du hast es von einem Onkel bekommen!“ Tom wird neugierig. Er geht mit Nick nach London. Anne bleibt traurig zurück. In London entdeckt Tom eine Welt voller Geld und Vergnügen. Tom geht eine Wette mit dem Teufel ein. Toms Leben wird immer wilder und chaotischer. Am Ende verliert Tom alles: Geld, Glück und seine Liebe. Das Stück stellt eine wichtige Frage: Kann der einfache Weg der richtige Weg zum Glück sein?

„The Rake’s Progress“ ist eine sehr bekannte Oper. Sie klingt wie eine alte Oper, ist aber von 1951. Es wird gesungen, und das Orchester spielt dazu. Die Oper ist auf Englisch. Es gibt eine deutsche Übersetzung, die angezeigt wird.

Fr. 19.6.2026
19:30 - 22:00 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH


Do. 25.6.2026
19:30 - 22:00 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH | NACHGESPRÄCH im Anschluss a.d.V.


Fr. 26.6.2026 - Zum letzten Mal
19:30 - 22:00 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH

Musikalische Leitung Andreas Schüller
Regie Max Koch
Bühne & Kostüme Anna Brandstätter
Choreografische & szenische Mitarbeit Linnéa Gwendoline Unverzagt
Chorleitung Moritz Laurer
Licht Jan Moritz-Bregenzer
Video Mathis Görke
Dramaturgie Julia van der Horst
Regieassistenz und Abendspielleitung Nele Falkenreck
Musikalische Einstudierung Evgenij Ganev, Antonio Losa
Ausstattungsassistenz Andrea Nagy
Inspizienz Sorin Mogos, Matthias Gers

Mit

Mit eindrucksvollen Bildern schafft die Inszenierung von Regisseur Max Koch eine düstere Ästhetik, entwickelt der Abend zwischen Fabel und Albtraum eine eigentümliche Sogwirkung.

Gießener Anzeiger

Tenor Ferdinand Keller sprudelt als Tom vor Energie, verleiht dem übermütigen, impulsiven jungen Mann eine laszive und vulgäre Seite, die ihn geradewegs in die Arme der Prostituierten Baba (Marta Świderska) führt.

Gießener Anzeiger

Ohne sentimentale Überzeichnung verleiht die Sängerin [Annika Gerhards] der Figur eine stille Entschlossenheit, die man auch als Naivität lesen könnte. Mit ihren sicher geführten Höhen verhalf Gerhards ihrer Partie bei der Premiere zu großer Strahlkraft.

Gießener Anzeiger

Max Koch gelingt eine treibende und in Bann ziehende Inszenierung.

Gießener Allgemeine Zeitung

Igor Strawinskys Oper „The Rake’s Progress“ (Der Wüstling) mausert sich als letzte Musiktheater-Premiere der Spielzeit zu einem Kaleidoskop aus Laster, Lust und schnellem Geld. […] Koch fährt dazu alles auf, was Bühne und Schnürboden hergeben. Er hält die Technik in Atem. Die Sänger sowieso. Sie vollbringen Großtaten, nicht nur in Bezug auf den endlosen englischen Text. […] Tenor Ferdinand Keller feiert in der Rolle des Tom Rakewell ein gelungenes Debüt. In seiner Eingangsarie „Here I stand“ besingt er ein fatales Vertrauen auf das Glück. Koloratursopranistin Annika Gerhards fesselt als Anne Trulove nicht nur mit ihrer Arie „No word from Tom“. So schön wie bei ihr klingt das hohe C nirgends. Beide spielen intensiv. Das gilt auch für Bass Clarke Ruth in der Partie des Teufels. […] Die Baritonpartie verlangt Ruth ungewohnte Höhen ab. Elisabeth Wrede (Mutter Goose), Lukasz Konieczny (Vater Trulove) und Marta Świderska als bartlose Baba haben Substanz. Der größte Zwischenapplaus gebührt dem prächtigen Chor und Rhydian Jenkins als Auktionator mit seiner Marionettenakrobatik, als hinge er an Fäden.

Gießener Allgemeine Zeitung

Schüller formuliert einen straffen Sound, dessen Dichte nicht zusammengeschoben, sondern dynamisch wirkt. Die Streicher brillieren transparent und federnd, die Bläser verfügen über Eleganz. Ein Ensemble at it‘s best.

Gießener Allgemeine Zeitung

Ein Bilderbogen, aber keine Karikatur: Igor Strawinskys Oper „The Rake’s Progress“, kühl und intensiv am Stadttheater Gießen. [...] Opernfreunde und -freundinnen sind auf sicherem Terrain, werden jedoch die Ohren spitzen. Erst recht am Stadttheater Gießen, wo die Saalgröße perfekt ist und wo Generalmusikdirektor Andreas Schüller mit dem Orchester einen schlanken, präzisen und ohne Derbheit schmissigen Klang entsendet. Und wo ein treffliches Ensemble im Einsatz ist, vorneweg Ferdinand Keller als Tom Rakewell, dessen Tenor bereits in der Premiere (als erkältet angesagt) licht, alert und doch weich klang. Die Anne Trulove an seiner Seite ist die famose, ihrerseits lupenrein singende Annika Gerhards. Clarke Ruth ist der sinistre, aber auch ganz gemütliche Nick Shadow, dem wie beim „Faust“ erst im letzten Augenblick die Rakewellsche Seele noch entgeht. Mezzo Marta Świderska ist eine großartige Baba, die Tom sanieren soll, ihm aber mit ihrem Geplapper schon vorab in den Wahnsinn treibt. 

Frankfurter Rundschau

Auf jeden Fall hingehen! Max Koch macht hier aus einem vielschichtigen, potentiell sperrigen Werk eine ganz nachvollziehbare Geschichte über Orientierungslosigkeit und unerfüllte Liebe.

hr2 Frühkritik




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