Atem

Breath Works

Tanzstück von Rafaële Giovanola

  • URAUFFÜHRUNG
  • Premiere 17. Oktober 2026
  • Großes Haus

Dieses Stück führt uns in die Tiefenschichten der Erde, in denen alles atmet. Menschen, Tiere, Pflanzen, die Atmosphäre, die vermeintlich unbelebte Materie – alles ist im Atem miteinander verbunden. Uralte Kontinuitäten wechseln mit dem rasenden Tempo zukünftiger Cyborgs. Unterschiedliche Zeitlichkeiten und Wahrnehmungsweisen werden körperlich spürbar. Fließend, stockend, vertieft, zitternd, angehalten oder beschleunigt spiegelt der Atem den Rhythmus individuellen Lebens und wird zugleich zur kollektiven Erfahrung. Die Verbindung mit unserer Umwelt macht unsere gegenseitige Abhängigkeit und Verletzlichkeit spürbar.
Rafaële Giovanola, jüngst ausgezeichnet mit dem Deutschen Tanzpreis, erhebt in diesem Ensemblestück den Atem zum zentralen choreografischen Prinzip. Die Luft verbindet und bewegt die Tänzer*innen und wird durch sie in Bewegung versetzt. Zwischen Differenz und Synchronität, Resonanz und Widerstand, Zurückhaltung und Ausbruch führt uns das Stück in sich stetig verändernde physische Landschaften.

This piece takes us into deep planetary layers, where everything breathes. Humans, animals, plants, the atmosphere, seemingly inanimate matter – everything is connected through breath. Ancient continuities alternate with the racing pace of future cyborgs. Different temporalities and ways of perception become physically palpable. Flowing, faltering, deepening, trembling, suspended or accelerating breath reflects the rhythm of individual life while also becoming a collective experience. Our connection with the environment makes us aware of our mutual dependence and vulnerability.
Rafaële Giovanola, recently awarded the German Dance Prize, focusses on the breath as a central choreographic principle. Air connects and moves the dancers, and is set in motion by them. Between difference and synchronicity, resonance and resistance, restraint and eruption, the piece leads us through ever-changing physical landscapes.


Das Tanzstück „Breath Works“ beschäftigt sich mit dem Atem. „Breath Works“ bedeutet auf Deutsch: „Atem-Arbeiten“ oder „Was der Atem macht“.
Atmen begleitet uns jeden Tag. Wir atmen ein und aus. Aber unser Atem verändert sich ständig. Oft merken wir das gar nicht. Wenn wir ruhig sind, atmen wir anders, als wenn wir aufgeregt, traurig oder glücklich sind. Auch beim Laufen, Springen oder Tanzen verändert sich der Atem.

Die Tänzer erforschen in diesem Stück, wie der Atem den Körper bewegt. Sie zeigen, wie Menschen durch die Atemluft miteinander verbunden sind. Manchmal bewegen sich die Tänzer gemeinsam. Manchmal bewegt sich jede Person anders. Dabei entstehen Bilder von Nähe und Abstand, von Ruhe und Aufregung. Das Stück lädt das Publikum dazu ein, den eigenen Atem neu zu entdecken. Was passiert in unserem Körper, wenn wir atmen? Wie sind wir durch das Atmen mit der Welt verbunden?

Das Stück ist ohne Sprache.

Hinweis: Wenn wir über Menschen schreiben, nutzen wir die männliche Form. Das ist einfacher zu lesen. Aber wir meinen damit immer alle Menschen. Wir schreiben zum Beispiel „Tänzer“. Und wir meinen damit alle Menschen auf der Bühne, die tanzen.

Sa. 24.10.2026
19:30 - 20:30 Uhr - 18:30 PHYSICAL INTRODUCTION, Treffpunkt: Kassenfoyer | 19:00 EINFÜHRUNG, Foyer GH | NACHGESPRÄCH im Anschluss a.d.V.


Fr. 06.11.2026
19:30 - 20:30 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH


Sa. 21.11.2026
19:30 - 20:30 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH


So. 27.12.2026
18:00 - 19:00 Uhr - 19:00 EINFÜHRUNG | FOYER GH

Choreografie & Bühne Rafaële Giovanola
Kostüme Fa-Hsuan Chen
Licht Jan Moritz-Bregenzer
Dramaturgie Caroline Rohmer
Bewegungsforschung Álvaro Esteban, Cristina Commisso
Atem- und Gesangsforschung Franziska de Gilde
Choreografische Assistenz & Rehearsal Director Beatrice Panero
Ausstattungsassistenz Eliana Beltrán Palacio
Produktionsassistenz Julia Rilling

Mit

„Ein Tanz zwischen Schwarm, Sturm und stillen Momenten der Schönheit. […] Das Bravouröse an „Breath Works“ ist: Es hält keinen Vortrag darüber und macht kein Yoga oder Qi Gong mit weit ausholenden Armen, sondern geht die vielschichtige und mehrdeutige Sache mit dem Körper und der Luft anders an. So wird sie nie banal oder zu erwartbar.

Die knapp sechzig Minuten feiern den Tanz in einer ausgefeilt rohen Form der Bewegung. Abseits von Tanzstilen. Sie feiern die Wandelbarkeit von Körpern, Formen und Kräften. Eine Meisterin ihres Faches war hier am Werk.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Begeisterter Applaus nach einer 60‑minütigen intensiven Aufführung, der neben dem ambitionierten Ensemble auch Rainald Endraß (Konzept), Jörg Ritzenhoff (Musik) und Fa-Hsuan Chen (Kostüme) galt. Und vor allem Rafaële Giovanola, die neben der Choreografie auch die Bühne verantwortete.“

Gießener Anzeiger

„Eine ganz ausgezeichnete Leistung aller Ensemblemitglieder des Tanztheaters Gießen, die in mühevoller Recherchearbeit spezielle Bewegungsabläufe ihres Körpers kennenlernten und in ihre Arbeit einfließen ließen.“

Gießener Anzeiger

Sensorischer Reiz durch verstärkte, teilweise schwer wirkende Atemgeräusche.



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Theatertag am 6. November

Der nächste Theatertag ist Breath Works im Großen Haus am 6. November. Am Theatertag kosten alle Tickets 12 Euro (ermäßigt: 8 Euro) - egal auf welchem Platz.


Haus der Karten
Theaterkasse + Tickets im Dürerhaus
Kreuzplatz 6, 35390 Gießen

Infos und Karten
Tel.: 0641-7957 60/61
theaterkasse@stadttheater-giessen.de

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