Nachhaltigkeit

Versuch über die nachhaltige Ordnung merkwürdiger Dinge

Immersiver Theaterparcours von ArtesMobiles
Gefördert im „Fonds Zero"

  • Präsentation 4. & 5. Juni 2026
  • Premiere 04. Juni 2026
  • HINTER DER BÜHNE

Im Fundus liegt das Gedächtnis des Theaters – jedes Objekt ein Echo, jede Naht ein Versprechen auf ein neues Spiel.

Manche Orte sind voller Geschichten. Der Fundus ist einer davon.

Hinter den Kulissen des Stadttheaters liegt ein Ort, der eigentlich schweigen sollte. Tut er aber nicht. Hier lagern Kostüme, die Könige gesehen haben. Möbel, die Liebende und Verzweifelte getragen haben. Requisiten, die Triumphe und Katastrophen überlebt haben. Sie alle haben sich etwas gemerkt – und sie haben angefangen zu sprechen. In kleinen Gruppen geht es in diesen verborgenen Kosmos: Lager, Korridore, Werkstattzonen. Räume, die sonst verschlossen bleiben. Was als Führung beginnt, kippt schnell ins Spiel.

Die Geschichte

Emma Casali, die neue Regieassistentin am Stadttheater Gießen, sucht verzweifelt nach den richtigen Gegenständen für eine neue Inszenierung. Doch in diesem eigensinnigen Fundus gehorcht nichts. Die Dinge haben Allüren, Meinungen – und einen eigenen Willen und wollen gehört werden. Also macht sie das Publikum zu Kompliz*innen und schickt es auf eine Suche: nach Objekten, nach Geschichten, nach dem, was Theater im Innersten zusammenhält.

Wie die Dinge sprechen lernen

In den Monaten vor der Premiere haben wir von ArtesMobiles Interviews mit den Mitarbeitenden aller Gewerke geführt – Schreinerei, Schlosserei, Malsaal, Kostümabteilung, Requisite, Maske, Bühnentechnik. Wir haben gefragt: Welches Objekt liebst du? Welches hasst du? Welche Geschichte verbindest du mit einem Stück hier? 

Jedes Objekt im Fundus hat eine eigene Stimme (Voiceklon) bekommen, ein LLM, trainiert auf Basis der Interviews mit den Gewerken und Inszenierungs-Archiven. So bekommt jede Requisite eine eigene Stimme, eine eigene Geschichte, einen eigenen Eigensinn. Nichts ist aufgenommen, nichts vorab eingesprochen. Was du hörst, entsteht in dem Moment, in dem jemand mit dem Objekt spricht. Das ist die zentrale Setzung der Inszenierung: Erst durch die digitale Erfassung werden die Stimmen der Requisiten hörbar. Solange ein Objekt nur eines unter tausenden im Fundus ist, geht es im Rauschen unter. Erst die Digitalisierung gibt ihm Kontur. 

Was dich erwartet

Performativ, interaktiv, audiovisuell. Du bewegst dich durch Räume, hörst Stimmen, folgst Spuren. Manchmal wirst du gefragt. Manchmal entscheidest du mit. Manchmal hörst du einfach zu.

Ensembleschauspielende des Stadttheaters und Tänzer*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen führen durch den Abend. Keine Sorge: Niemand wird vorgeführt, niemand muss performen. Wer mitreden will, kann. Wer lieber zuhört, ist genauso richtig. Neugier reicht.

Nachhaltigkeit als künstlerische Frage

Der Fundus ist radikale Nachhaltigkeit in der Praxis: Dinge werden nicht weggeworfen, sondern weiterverwendet, umgedeutet, neu erzählt. Das Projekt entsteht im Rahmen des „Fonds Zero" der Kulturstiftung des Bundes und knüpft an „Fifty Degrees of Now" an. Parallel zur Inszenierung entsteht eine Datenbank, die den Fundus erstmals systematisch durchsuchbar macht – denn was nicht auffindbar ist, wird neu gekauft.

Der immersive Theaterparcous findet exklusiv am 4. und 5. Juni statt. Ab 18:00 bzw. 17:00 Uhr startet im Abstand von 20 Minuten jeweils eine Kleingruppe von maximal 14 Personen den Rundgang durchs Theater. Der Weg führt durch verborgene Gänge des Hauses, über die Bühne und hinter die Kulissen. Leider ist der Rundgang nicht barrierefrei. Erkundigen Sie sich vor der Buchung Ihrer Tickets gerne bei den Mitarbeitenden im Haus der Karten.


Regie & Text Nina Maria Stemberger
Audiovisuelle Regie Birk Schmithüsen
Creative Coding Birk Schmithüsen, Meredith Thomas
Stage Design Anna Cingi
Webdesign Eleanor Vincent
Klimabeauftragter Patrick Schimanski
Mitarbeiter des Klimabeauftragten Jakob Deuter
Praktikantinnen Svenja Beilke, Martha Kapfhammer, Sophie Kuhl, Naïg Le Bec, Yevheniia Panchenko, Ina Reifel

Mit

Die Vorstellung „Der Versuch der Ordnung nachhaltiger Dinge“ ist leider nicht barrierefrei zugänglich, da während des Rundgangs viele Treppen und auch einige kleinere Hindernisse begangen werden müssen.




Verwandte Artikel

Wenn das Bühnenbild lebendig wird

Am 4. und 5. Juni 2026 lädt ArtesMobiles mit "Versuch über die nachhaltige Ordnung merkwürdiger Dinge" zu einer immersiven Theatererfahrung ein. In kleinen Gruppen geht es durch verborgene Räume des Großen Hauses – dorthin, wo Gegenstände lebendig werden.


Haus der Karten
Theaterkasse + Tickets im Dürerhaus
Kreuzplatz 6, 35390 Gießen

Infos und Karten
Tel.: 0641-7957 60/61
theaterkasse@stadttheater-giessen.de

Diese Website verwendet Cookies, um ein gutes Surferlebnis zu bieten

Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass aufgrund Ihrer Einstellungen möglicherweise nicht alle Funktionen der Website verfügbar sind.

Diese Website verwendet Cookies, um ein gutes Surferlebnis zu bieten

Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass aufgrund Ihrer Einstellungen möglicherweise nicht alle Funktionen der Website verfügbar sind.

Ihre Cookie-Einstellungen wurden gespeichert.