Das Pen!smuseum & Der letzte Himmel

Zwei Lesungen am Stadttheater Gießen

Am 15. und am 26. April finden zwei Lesungen von Autorinnen statt, deren Geschichten auf den ersten Blick nicht so viel gemeinsam haben.

Das Pen!smuseum“ von Eva Reisinger und Mareike Fallwickl ist ein Sammelband von Texten, die einen ebenso wütenden wie witzigen, feministischen Blick auf Frauenleben, Körper und gesellschaftliche Erwartungen in Deutschland werfen.

Der letzte Himmel – meine Suche nach Palästina“ von Alena Jabarine ist ein ebenso persönlich geprägter wie politischer Text über Herkunft, Erinnerung und die gegenwärtige global-politische Realität in Palästina und Israel. 

Was beide Bücher verbindet? Sie erzählen von Menschen, die sich nicht länger anpassen wollen. Die Geschichten in ihnen sind voll von Erfahrungen, über die oft hinweggeredet wird.

„Das Pen!smuseum“ – Lesung am 15. April im Großen Haus

Mareike Fallwickl und Eva Reisinger © Pamela Rußmann

Mareike Fallwickl und Eva Reisinger © Pamela Rußmann

In den gesammelten Texten von Eva Reisinger und Mareike Fallwickl begegnen wir Frauen, die ausbrechen aus dem, was von ihnen erwartet wird. Da geht eine Frau hochschwanger fremd, eine andere fotografiert heimlich den Penis ihres Mannes, eine rührt ihrem One-Night-Stand Salz in den Kaffee, und wieder eine andere entscheidet sich, ihr gewohntes Dauerlächeln einfach abzulegen – per Botox.

Die Geschichten in „Das Pen!smuseum“ sind laut, wütend, komisch und manchmal irritierend. Sie erzählen von Frauen, die keine Lust mehr haben, brav zu sein, verständnisvoll, angepasst. Reisinger und Fallwickl schreiben über Liebe, Lust, Macht und Frust – mit viel Humor, aber auch kompromissloser Schärfe. Sie zeigen, wie politisch der eigene Körper und der Alltag sein können.


 

„Der letzte Himmel: Meine Suche nach Palästina“ – Lesung am 26. April im Kleinen Haus

Alena Jabarines Buch „Der letzte Himmel: Meine Suche nach Palästina“ erzählt zunächst von einer Kindheit voller Leichtigkeit: Sommerabende am Meer, süße Getränke, Großfamilie. Erst als Erwachsene wird ihr richtig bewusst, dass diese Erinnerungen fern ab von einer alltäglichen Lebensrealität von Palästinenser*innen liegt, die von Gewalt, Ungleichheit und Kontrolle geprägt ist. Das Haus von Alenas Großeltern befindet sich in Israel nur wenige Kilometer von den besetzten palästinensischen Gebieten entfernt – getrennt durch eine Mauer, die man auch dann gesellschaftlich spürt, wenn man sie nicht sehen kann.

Jabarine verbindet persönliche Erinnerungen mit journalistischer Beobachtung. Sie erzählt von Begegnungen mit Menschen in Israel und Palästina, deren Alltag, Lebensfreude und Zusammenhalt im Widerstand und unter schwierigen Lebensbedingungen. Als deutsch-palästinensische Journalistin fragt sie dabei immer auch nach ihrer eigenen Rolle: Was heißt es, dazuzugehören? Was ist ihre Verantwortung, als halb Außenstehende? Und was bedeutet „Palästina“ – für die Menschen vor Ort und für sie selbst?

Die Lesung von Alena Jabarine, die unter anderem bereits am Berliner Ensemble und den Münchner Kammerspielen zu erleben war, macht ein hochaktuelles Thema greifbar, ohne es zu vereinfachen. Wir laden dazu ein, offen zuzuhören und sich auszutauschen.

 

 

Diese Lesungen wirken nach!

Sowohl Jabarine als auch Reisinger und Fallwickl schreiben gegen das Wegsehen. Ihre Texte machen sichtbar, was sonst leicht überhört wird – sei es im privaten Alltag oder im politischen Weltgeschehen. Es geht um Macht, um Grenzen, um Rollenbilder – und darum, wie sehr unser Leben davon geprägt ist, oft ohne dass wir es merken. „Das Pen!smuseum“ und „Der letzte Himmel“ formulieren dagegen einen mutigen Widerstand: Einerseits laut und lustvoll zugespitzt gegen einengende Normen, andererseits nachdenklichen und offen fragend gegen das Vergessen.

Beide Bücher sind ein Zeugnis dafür, wie wichtig es ist, Geschichten selbst zu erzählen – und zuzuhören, wenn andere es tun. Und beide Lesungen regen dazu an, sich auf andere Perspektiven einzulassen und ihre Themen nachwirken zu lassen. Zwei Bücher, zwei Abende, viele Fragen – und die Möglichkeit, die eigene Sicht auf die Welt ein Stück zu verschieben.

„Das Pen!smuseum“ von Eva Reisinger und Mareike Fallwickl
15.04.26 I 19:30 Uhr I Großes Haus Stadttheater Gießen

„Der Letzte Himmel. Meine Suche nach Palästina“ von Alena Janbarine
26.04.26 I 18:00 Uhr I Kleines Haus Stadttheater Gießen

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