Republik der Taubheit
Schauspiel nach dem Buch von Ilya Kaminsky
Aus dem Englischen von Anja Kampmann
- DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
- Premiere 24. April 2027
- Kleines Haus
Über Stille: Gehörlose Menschen glauben nicht an Stille. Sie ist eine Erfindung der Hörenden.
Seitdem die Stadt Vasenka belagert wird, sind öffentliche Versammlungen verboten. Um einen kurzen Moment der Freude willen, spielen einige mutige Einwohner*innen Puppentheater auf dem Marktplatz und „auf den Balkonen liebkost der Wind die Wäscheleinen". Gewaltsam wird die Aufführung unterbrochen. Nur der gehörlose Junge Petya spielt weiter und wird von einem Soldaten erschossen. Auf ohrenbetäubenden Lärm folgt rebellische Stille: Die Stadtbewohner*innen stellen sich taub, um sich zu verteidigen und erfinden eine eigene Gebärdensprache, die von den Machthabern nicht erkannt wird. Doch die Unterdrückung geht weiter. Der ukrainisch-russischjüdisch- amerikanische Dichter Ilya Kaminski, findet ebenso eindringliche wie schonungslose Bilder für den Horror des Krieges, blickt aber nicht nur auf das Verstörende. Spielerisch wandert sein Text zwischen Genregrenzen, vereint Prosa und Dramatik mit sinnlichen Liebesgedichten zu einem Lobgesang auf die Vielfalt sprachlicher Ausdrucksformen. Eine herzzerreißende Parabel und ein tiefgründiges Plädoyer gegen den Krieg und für den Willen zur Freiheit, der sich auch durch die extremste Unterdrückung niemals zum Schweigen bringen lässt.
Haus der Karten
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