Musizierende Dinos gegen den Kummer
Ein Wimmelbild von allen besonderen Wesen und Dingen bei „T-Rex, bist du traurig?“
Von Mathilde Lehmann und Patrick Schimanski
Fotos: Lena Bils, Collage: Mathilde Lehmann
Die Dinosaurier-Bande im Familienstück „T-Rex, bist du traurig?“
Nagg ist ein Tyrannosaurus Rex (auch „T-Rex“ genannt).
Der wohl bekannteste Dinosaurier lebte zum Ende der Kreidezeit – das ist mindestens 66 Millionen Jahre her! Oft wird behauptet, der Tyrannosaurus Rex wäre das gefährlichste Raubtier seiner Zeit gewesen.
Mit bis zu 15 Metern Länge und einer Höhe von 6 Metern war Tyrannosaurus Rex vor allem eines der größten Raubtiere in der Geschichte der Erde. Er wog über sechs Tonnen. Das ist so schwer wie etwa sechs kleine Autos!
Tyrannosaurus Rex jagte alleine oder paarweise. Er war reiner Fleischfresser.
In manchen Filmen wird gezeigt, dass ein T-Rex richtig schnell sei. Das stimmt wahrscheinlich nicht. Es ist eher wahrscheinlich, dass er nur langsame Dinosaurier jagen konnte und die Beute anderer Dinosaurier gefressen hat. Auffallend war sein riesiger Kopf. Im Vergleich zum Körper hatte der Raubsaurier ein relativ großes Gehirn, sodass er zu den intelligentesten Dinosauriern zählt.
Nagg ist noch ein ganz junger Dino, und findet noch raus, was das bedeutet, ein superkluges Raubtier zu sein. Es gibt davor doch noch eine ganze Welt zu entdecken!
Päm ist ein Pachycephalosaurus (auch liebevoll „Pachy“ genannt).
Sie ist ein Dinosaurier, der einen Knochenhelm auf dem Kopf hat. Das ist wie ein festgewachsener Schutzhelm. Forschende vermuten, dass die wendigen Zweibeiner damit auf ihre Widersacher losgingen. Spannend ist, dass gefundene Schädelknochen keine Narben aufweisen. Das heißt, es kann keine Zweikämpfe mit frontalen Zusammenstößen, Kopfnüssen, gegeben haben. Die Zweikämpfe sahen vielleicht eher so aus: Anlauf nehmen, Kopf senken und ihn wie einen Rammbock in die Seite des Gegners stoßen. Eines ist klar: Pachys waren echte Dickköpfe. Päm ist da keine Ausnahme. Was sie sich in den Kopf setzt, fällt da nicht mehr raus. Sie beschützt ihre Familie, komme, was wolle.
Babsi ist ein Ankylosaurus.
Ein Ankylosaurier ist ein stacheliger Dinosaurier mit einem dicken Panzer. Der Plattenpanzer bestand aus unzähligen, in Reihen angeordneten Knochenplatten. Sie waren in der Lederhaut eingelassen und somit beweglich. Der Panzer und die Stacheln schützten seinen gesamten Körper. Ankylosaurier hatten außerdem eine verknöcherte Keule an ihrer Schwanzspitze. Wie ein mittelalterlicher Morgenstern diente diese Keule der Verteidigung. Oft kämpften sie gegen Fleischfresser, denn: die größten Ankylosaurier brachten mit bis zu 9 Tonnen Gewicht ein ordentliches Abendessen auf den Tisch ihrer Feinde. Nur zum Jagen brauchten Ankylosaurier die Keule nicht: Ankylosaurier waren Pflanzenfresser. Deshalb hatten sie ein ganz zierliches Maul, das schnabelähnlich aussah.
Babsi hat eine harte Schale, aber vielleicht auch einen weichen Kern. Auf jeden Fall liebt sie Päm und Nagg über alles – vielleicht sogar mehr als ihre sorgfältig ausgesuchte Gießkannensammlung.
Die einhundert Erdsaurier sind eine unbekannte Spezies, die den Asteroideneinschlag überlebt haben. Wer sie sind, sagen sie uns im Stück, denn sie haben alle jeweils eigene Namen. Aber was sie sind, das wissen wir nicht. Es könnte sein, dass es Kellerasseln sind, oder Ameisen, oder Regenwürmer – Wesen, die unterirdisch leben und keine Fossilien hinterlassen, mit denen wir sicher sagen könnten, wie lange es sie schon gibt. Oder sie waren etwas ganz Neues, vielleicht die ersten Erdmännchen oder eine Art Hund?
Die Klangwelt der Dinosaurier im Familienstück „T-Rex, bist du traurig?“
Wir haben für die Aufführung ein Musikkonzept entwickelt, das bewusst musikalische Mittel verwendet, die leicht nachvollziehbar und zugleich klanglich ungewöhnlich sind. Im Zentrum steht nicht die Nachahmung vermeintlich realistischer Urzeitklänge, sondern der spielerische Umgang mit selbst gebauten Instrumenten und dem faszinierenden Sound einer so genannten Handpan.
Die Musik entsteht live auf der Bühne – sichtbar, nachvollziehbar und eng mit dem Spiel der Darstellerinnen und Darsteller verwoben. Darunter liegen Klanglandschaften, die vorproduziert sind in Mehrkanal-Technologie. Mehrkanal-Technologie bedeutet: Musik kommt aus einem Abspielgerät mit verschiedenen Kanälen, auf denen überall etwas anderes spielt – für ein möglichst realistisches räumliches Klangerlebnis. Musik und Klänge können nämlich aus allem entstehen – wenn du Lust hast, zu forschen und ganz genau hinzuhören.
Eine Handpan in D-Moll
Dieses, auch optisch sehr schöne Instrument, verleiht der Musik ihre schwebende, archaische Grundfarbe. Mit ihren warmen, metallisch-organischen Klängen schafft sie Landschaften und ruhige Momente des Staunens. Die D-Moll-Stimmung erlaubt emotionale Tiefe, ohne zu beschweren – ideal, um Neugier, Spannung und Geborgenheit zugleich zu vermitteln. Auf der D-Moll-Skala basiert in unserem Stück auch das Lied der einhundert Erdsaurier, welches als eine Art Leitmotiv immer wieder anklingt.
Die Gießkannentrompete
Ein Trompeten- oder Posaunenmundstück auf einer einfachen Gießkanne aus Blech (das klingt vielseitiger als Kunststoff) – dieses ungewöhnliche, selbstgebaute Instrument ist ein klangliches und visuelles Highlight. Es erzeugt raue und humorvolle Töne. Damit wird erfahrbar: Musik entsteht aus Fantasie, durch Mut zum Experiment und aus Dingen, die uns im Alltag begegnen. Eine Gießkannentrompete ist einfach zu bauen und nach einiger Übung stellt man fest: Sie ist sogar „melodiefähig“.
Eine Cajón aus der Theaterwerkstatt
Die Cajón ist eine Kistentrommel – ein Instrument, das ursprünglich aus Südamerika kommt. Unsere Cajón wurde eigens aus nachhaltigen Materialien in der Schreinerei des Theaters gefertigt. Sie klingt wie das Stampfen großer Füße. Ihre tiefen Klänge bilden das rhythmische Fundament des musikalischen Finales im Stück „T-Rex, bist du traurig?“.
Die Stimmen der Spielerinnen und Spieler
Ergänzt wird das Instrumentarium durch die Singstimmen der Darstellenden. Mal melodisch, mal rhythmisch oder flüsternd. Das Lied der „Erdsaurier“ auf unserer Bühne soll neugierig, erdig, verspielt und poetisch klingen.
Wimmelbild aus Produktionsfotos
Fotos: Lena Bils
Collage: Mathilde Lehmann