Sonne/Luft

Schauspiel Frankfurt
von Elfriede Jelinek

  • Hessische Theatertage 2024
  • Großes Haus

Sie lieben und sie fürchten mich, die Menschen danken dafür, dass sie durch gutes Wetter am Leben gehalten werden, sogar aufleben für eine gewisse Zeit, und durch schlechte Menschen dann getötet werden, wenn sie der Erde zuviele werden.

Auftritt: Die Sonne. Sie scheint und lacht, jeden Tag aufs Neue, sie lacht über die Menschen, die sich auf der Erde, einem lächerlichen „Fettklops voll Klopapier", immer noch einbilden, sie könnten sich es im Sonnenschein gemütlich machen. Doch mitnichten, denn die Sonne ist gekommen, um das Ende zu verkünden, demnächst ist Schluss. Die Sonne brennt und verbrennt Wälder gehen in Flammen auf, Flüsse treten über die Ufer oder trocknen aus. Nicht nur das Wasser kommt ihr zu Hilfe, es scheint, als richteten sich alle Elemente gegen den Menschen, der doch immer noch denkt, alles – inklusive der Sonne selbst – drehe sich in Wirklichkeit um ihn. Ihren Beitrag zum menschlichen Abgang leistet die Luft, die dem Menschen – naturgemäß – zum Ende seines Lebens, ausgeht. Genau die Luft, die er zeit seines Lebens wiederum selbst verpestet und verdreckt hat. Die Luft, die zwischen den Menschen vermittelt, die Klang über den Äther schickt und die gleichzeitig Pandemien überträgt. Die Luft, die der Mensch unterschätzt hat, weil sie ja immer da zu sein schien, ganz natürlich – und die nur bemerkt wird, wenn sie nicht mehr sorgenlos ein- und ausgeatmet werden kann.

Elfriede Jelinek hat mit »Sonne/Luft« ein Stück geschrieben, das den Klimakollaps umspielt, ohne ihn je beim Namen zu nennen. Und dennoch erwartet der Text das Ende der Welt aufgrund der unwiderruflichen Klimaschäden schon bald. Regisseurin Lilja Rupprecht geht in ihrer Inszenierung der Vielstimmigkeit des Stückes auf die Spur und untersuch, wieviel echte Natur uns überhaupt noch umgibt, beziehungsweise wie sehr wir es uns in der Kulissenhaftigkeit unseres Daseins eingerichtet haben.

„Eine Textfläche über den Klimawandel – das klingt erst einmal nach dem Garant für einen schweren Abend. Doch das Ensemble des Schauspiel Frankfurt schafft es unter der Regie von Lilja Rupprecht mit einer beeindruckenden Leichtigkeit durch die Assoziationen zu navigieren und das Jelineksche Pointen-Feuerwerk auf den Punkt zu zünden." - Auswahlbegründung der Programmgruppe

Im Rahmen der Hessischen Theatertage 2024


Regie Lilja Rupprecht
Kostüme Annelies Vanlaere
Video Moritz Grewenig
Bühne Christina Schmitt
Musik Philipp Rohmer
Dramaturgie Katrin Spira

Mit

  • Christina Geiße, Manja Kuhl, Annie Nowak, Sebastian Reiß


Haus der Karten
Theaterkasse + Tickets im Dürerhaus
Kreuzplatz 6, 35390 Gießen

Infos und Karten
Tel.: 0641-7957 60/61
theaterkasse@stadttheater-giessen.de

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